London – Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Dies geht aus einer australischen Langzeitstudie hervor. Darin hatten Menschen unter dem Alter von 75 Jahren, die anfangs an einer frühen Form der Netzhauterkrankung litten, im Vergleich zu anderen Teilnehmern ein doppelt so hohes Risiko, innerhalb der folgenden zehn Jahre an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben.
War die Krankheit zu Beginn der Studie schon fortgeschritten, so stieg das Risiko für einen Infarkt um das Fünffache, das für einen Schlaganfall sogar um das Zehnfache, wie die Augenmediziner der Universität Sydney im „British Journal of Ophthalmology“ berichten.
Dieses erhöhte Risiko steht möglicherweise in Zusammenhang mit der Therapie der fortgeschrittenen, feuchten Form der AMD. Bei dieser Behandlung werden bestimmte Wachstumshemmer in das Auge injiziert, die unter der Netzhaut die Neubildung von Blutgefäßen hemmen sollen. Damit steige eventuell das Risiko für Herzkreislauf-Probleme, vermuten die Forscher. AMD ist in Industrieländern bei alten Menschen eine der häufigsten Ursachen von Erblindung. In Deutschland leiden schätzungsweise zwei Millionen Menschen an der Erkrankung.
(Quelle: „British Journal of Ophthalmology“, Online-Vorabveröffentlichung) (AP)
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