Boston – Auch bei sehr alten Menschen mit Hypertonie ist es sinnvoll, den Blutdruck medikamentös zu senken. Eine internationale Studie zeigt eindeutig, dass Menschen im Alter ab 80 Jahren von Blutdrucksenkern profitieren. Die Mittel verringerten das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie die generelle Sterberate deutlich. Dieses Ergebnis fiel so deutlich aus, dass die Untersuchung nach zwei Jahren vorzeitig beendet wurde.
Bislang war umstritten, ob ein aggressives Vorgehen gegen Bluthochdruck auch bei hochbetagten Menschen sinnvoll ist. In der Untersuchung unter Federführung des Imperial College in London erhielten nun mehr als 3.800 Menschen mit Bluthochdruck im Alter ab 80 Jahren entweder blutdrucksenkende Mittel oder aber wirkungslose Scheinpräparate. Als Bluthochdruck galt in der Studie ein systolischer Wert ab 160.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe senkten die Medikamente das Risiko für einen tödlichen Schlaganfall um 39 Prozent, die Wahrscheinlichkeit einer Herzinsuffizienz um 64 Prozent und die Gefährdung für andere Herzkreislauf-Probleme um 34 Prozent. Die absolute Mortalität fiel um 21 Prozent, wie die Forscher im „New England Journal of Medicine“ berichten.
„Vor unserer Studie waren Ärzte unsicher, ob sehr alte Menschen mit Bluthochdruck ebenso sehr von einer Blutdruck senkenden Therapie profitieren wie jüngere Menschen“, betont Untersuchungsleiter Christopher Bulpitt. „Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Behandlung vielen Patienten ab 80 Jahren nützt.“
(Quelle: „New England Journal of Medicine“, Online-Vorabveröffentlichung) (AP)
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