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Siedlungen der Berliner Moderne

Keine höhere Mieten nach Welterbetitel

Sechs Berliner Sozialsiedlungen in UNESCO-Liste aufgenommen – Touristisches Konzept wird ausgearbeitet

AP
08.07.2008

Blick auf Reihenhäuser der Großsiedlung Britz im Bezirk Neukölln von Berlin. Sechs Berliner "Siedlungen der Moderne" sind von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. (AP Photo/Markus Schreiber)
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Berlin – Der UNESCO-Welterbetitel für die sechs Berliner Sozialsiedlungen hat keine Auswirkungen auf die Miete. „Der Titel wird keine Mieterhöhungen nach sich ziehen“, sagte der Gründer der „Initiative Welterbe – Siedlungen der Berliner Moderne“, Bernhard Elias, am Dienstag der AP. Zur besseren Präsentation der Siedlungen werde nun ein touristisches Konzept erarbeitet. Zudem soll es eine zentrale Infobox geben, in der über das Thema Weltkulturerbe informiert wird.

Die UNESCO hatte die Aufnahme der denkmalgeschützten Sozialsiedlungen in die Welterbeliste am Montag auf ihrer Tagung in Quebec in Kanada beschlossen. Die „Reformsiedlungen“, in denen rund 10.000 Menschen leben, entstanden in den Jahren 1913 bis 1934. Sie repräsentierten einen neuen Typus des sozialen Wohnungsbaus aus der Zeit der klassischen Moderne und hätten beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung von Architektur und Städtebau ausgeübt, hieß es zur Begründung.

Zu den Siedlungen zählen die sogenannte Weiße Stadt, die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Hufeisensiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien sowie die Großsiedlung Siemensstadt. Neben Bruno Taut, Hans Scharoun und Walter Gropius waren Architekten wie Otto Bartning, Hugo Häring, Martin Wagner und Heinrich Tessenow beteiligt.

Am Mittwoch will Stadtentwicklungsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Hufeisensiedlung besuchen und mit den Bewohnern darüber sprechen, welche Bedeutung die Auszeichnung für den Ort hat.

Trend zu Sozialsiedlungen

Elias sagte, Mieterhöhungen seien nicht geplant und rechtlich auch gar nicht abgesichert. Momentan lägen die Mieten für die Wohnungen und Häuser zwischen vier und acht Euro nettokalt pro Quadratmeter. Die Siedlungen seien sehr gefragt, der Leerstand gering. Seit anderthalb Jahrzehnten gebe es den Trend zu diesen Sozialsiedlungen, zu „historischer Bausubstanz“. Die Wohnungen und Häuser seien sehr hell, mit Parkettböden ausgestattet und gut geschnitten.

Momentan werde mit der Technischen Universität Berlin ein touristisches Erschließungskonzept ausgearbeitet, um die Siedlungen optimal präsentieren zu können, sagte Elias. Zudem sei eine zentrale Infobox geplant. Darüber hinaus sollen die Siedlungen entsprechend beschildert werden. Einen regelrechten Ansturm wie auf die Berliner Museumsinsel erwartet Elias aber nicht: „Die Siedlungen sind zu dezentral“, sagte er. Zudem seien sie weniger für die Masse, sondern eher für Architekten und Stadtplaner interessant.

Deutschland mit 33 UNESCO-Welterbestätten

Die Siedlungen stehen schon seit Jahren unter Denkmalschutz, sagte Elias. Daher habe der Titel auch für die Eigentümer keine direkten Konsequenzen, sondern sei mit einem „enormer Image-Gewinn“ verbunden, sagte Elias. „Der deutsche Denkmalschutz ist der strengste weltweit.“ Er sei um einiges schärfer als das, was mit dem UNESCO-Titel nun gefordert sei.

Mit der Neuaufnahme der Siedlungen ist Deutschland jetzt mit 33 Stätten in der UNESCO-Liste des Welterbes vertreten. Berlin hatte mit der Museumsinsel und den Preußischen Schlössern und Gärten bereits zwei Stätten in der Liste.

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/

http://www.initiative-welterbe.de/

http://www.unesco.de/ (AP)

 

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