Neu-Delhi – Gruppen von Exiltibetern haben am Donnerstag aus Protest gegen die Politik der chinesischen Regierung eine alternative Olympische Fackel durch Indiens Hauptstadt Neu-Delhi getragen. Bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking am 8. August soll die Fackel bis in die Himalaja-Region Ladakh an der tibetischen Grenze getragen werden. Gut 50 Exiltibeter beteiligten sich an dem Protestmarsch. Sie schwenkten tibetische Fahnen und kritisierten Menschenrechtsverletzungen in Tibet.
Der alternative Fackellauf war am 10. März im griechischen Olympia gestartet worden und durchquerte seither zahlreiche Länder. Zuletzt wurde die „tibetische Freiheitsfackel“ durch Taiwan getragen. Sie wollten auf das Leiden der Tibeter aufmerksam machen, sagte Tsering Choedup, ein regionaler Koordinator des Internationalen Netzwerks der Unterstützer Tibets. Die chinesische Regierung nutze die Olympischen Spiele und den Fackellauf, um von den eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Tibet abzulenken, sagte ein weiterer Tibet-Aktivist.
Im März waren in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Unruhen ausgebrochen. Dabei kamen nach Darstellung Pekings 22 Menschen ums Leben, Exiltibeter gaben ein vielfaches dieser Zahl an. Nach den Unruhen wurde Tibet für Monate von der Außenwelt abgeschottet, es gab Verhaftungswellen. (AP)
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